12-saitige Westerngitarren – volleres Klangbild einfach gemacht

Während die meisten Westerngitarren 6 Saiten besitzen, gibt es auch die ein oder andere 12-saitige Westerngitarre. Eine Westerngitarrenbauform die 12-Saitig ist, besitzt einen deutlich umfangreicheren Ton als Modelle mit wenigeren Saiten. Damit dies erzielt werden kann, werden stets zwei Saiten paarweise eng beieinander platziert.

Die 12-saitige Westerngitarre unterscheidet sich zu der 6-saitigen Gitarre indem neben den  Seiten E, A, D und G jeweils noch eine Oktavseite existiert. Gleichgestimmte Saiten doppeln darüber hinaus noch die H- und die hohe E-Saite. Diese Saitenverteilung bezeichnet man auch als Chöre, da das Klangbild voller wirkt als bei einer 6-Saitigen Gitarre und dadurch einem Chor ähnelt.

Beim Spielen werden demnach stets zwei Saiten gegriffen und angeschlagen, was dem Zuhörer das Gefühl verleiht, zwei Gitarristen gleichzeitig spielen zu hören. Nachteil ist jedoch, dass 12-saitige Westerngitarren recht schwierig zu bespielen sind, weshalb diese für Anfänger nicht zu empfehlen sind.

12-saitige Gitarren können, wie die Westerngitarre, nur mit Stahlsaiten bespannt werden, da sie enger gespannt werden können. Eine 12-saitige Westerngitarre lässt zwar einen vollen, Chor-ähnlichen Klang entstehen, ist aber auch wesentlich schwerer zu Stimmen als ihr 6-saitiger Gegenpart.

Ovation 2058TX-5 Elite 12-Saitige Westerngitarre
Guild F-2512E Deluxe ATB - 12-saitige Westerngitarre
Western-Gitarre Sigma DM12-1ST 12-saitig

Für welche Zwecke werden 12-saitige Gitarren angewendet?

12-saitige Gitarren sind vor allem im Country-Genre sehr beliebt. Auch sind sie eine häufige Wahl für Musiker, die ausschließlich per Gitarre und Gesang ein ganzes Lied spielen wollen, ohne dass sie dabei von Schlagzeug oder Bass begleitet werden. Da 12-saitige Westerngitarren einen füllenderen Klang bieten, wird der Gesang daher besser und voller unterlegt.

Klangliche Aspekte

Bei einer 12-saitigen Westerngitarre werden je zwei Saiten als Paare eng beieinander gespannt. Das Resultat daraus ist, dass beim Anschlagen nicht nur eine, sondern zwei Saiten erklingen. Da die Saiten-Paare stets im gleichen Ton, jedoch in anderen Oktaven gestimmt werden, verleiht dies den Eindruck, es würden zwei Gitarristen gleichzeitig spielen.

Bei Melodien trägt dies zu einer besonderen Präsenz der Gitarre bei; Sollte ein Gitarrist also Probleme haben, sich im Studio, im Proberaum oder gar auf der Bühne gegen die Lautstärke von Schlagzeug, Bass, Keyboard oder Gesang durchzusetzen, kann die Verwendung einer 12-saitigen Westerngitarre helfen. Bei Akkorden wiederum klingen die einzelnen Töne besonders dicht und voll, da Höhen und Tiefen ineinander übergreifen und ein einzigartiges Klangbild erschaffen.

Spielbarkeit einer 12-saitigen Westerngitarre

Anfänger haben oftmals Probleme, durch das Greifen der Saiten schmerzhafte Druckstellen auf den Fingerkuppen zu erhalten. Da bei einer 12-saitigen Gitarre je zwei Saiten gegriffen werden, ist dieses Problem hier zusätzlich maximiert. Die Spielbarkeit einer Westerngitarre mit 12-facher Besaitung ist daher deutlich komplizierter als bei einem herkömmlichen Modell. Für Semi-Profis und Experten stellt es nach einer kurzen Eingewöhnungsphase jedoch kein Problem dar, auch 12 Saiten zu bespielen. Im Endeffekt ist es lediglich eine Frage der Übung, ob derart viele Saiten gleichzeitig gemeistert werden können.

Vor- und Nachteile einer 12-saitigen Westerngitarre

Natürlich haben Westerngitarren mit 12 Saiten Vorteile – sonst würde es sie ja nicht geben. Diese vorteilhaften Eigenschaften der 12-saitigen Westerngitarren finden vor allem im Country-Bereich große Anwendung. Das Klangspektrum wird deutlich erweitert, wodurch die Gitarre einen volleren Sound ermöglicht.

Die Klangunterschieden werden vor allem bemerkbar, da meist zwei Saiten gleichzeitig gegriffen werden. Dadurch wird ein Ton gleichzeitig in zwei verschiedenen Oktaven angespielt, was maßgeblich zum unverkennbaren Klang einer 12-saitigen Gitarre beiträgt. Diese klingt dadurch bei Akkorden deutlich voller, ohne, dass Tiefen und Höhen sich gegenseitig unterdrücken. Beim Spielen von Melodien wiederum, klingt eine 12-saitige Gitarre fast so, als würden zwei Gitarristen gleichzeitig in verschiedenen Tonlagen spielen. Sinnvoll ist dies daher auch für Solokünstler oder Bands, die nur einen Gitarristen haben.

Und nun zu den Nachteilen. 12-saitige Westerngitarren sind eher für Fortgeschrittene zu empfehlen, da diese schwerer zu spielen sind. Die Schlaghand muss mehr Kraft ausüben um alle Saiten gleichmäßig klingen zu lassen, darf dabei jedoch nicht zu kräftig anschlagen, da die Saiten sonst gegeneinander schlagen und somit klirren könnten. Außerdem ist es bei einer 12-saitigen Gitarre stets fatal, wenn sich eine Saite verstimmt. Dadurch haben die Saiten-Paare Töne, die nicht zueinander passen. Um dem vorzubeugen, sollte eine 12-saitige Gitarre stets von einem Markenhersteller gekauft werden.

Wie funktioniert die 12-fache Besaitung?

Bei einer 12-saitigen Gitarre sind jeweils zwei Saiten eng nebeneinander gespannt. Diese Montage hat den Vorteil, dass der Hals einer Gitarre nicht maßgeblich verbreitert werden muss, damit die Saiten Platz finden. Auch werden die Saiten in dieser Art angebracht, damit zwei Saiten gleichzeitig gegriffen werden können. Dies trägt deutlich zum Umfang des Klangs bei.

Beliebte Exemplare der 12-saitigen Westerngitarre

Ein besonders erfolgreiches Modell der 12-saitigen Bauform stellt die Taylor 360e 12-String SEB dar. Diese Westerngitarre besitzt Zargen und Boden aus Sapele, sowie eine Decke aus tropischem Mahagoni. Ergänzt wird das durch ein Griffbrett aus Ebenholz, über welches die 12 Saiten gespannt werden. Ebenso erfolgreich ist die Gibson J-185 12-String Limited.

Diese streng limitierte Gitarre in Jumbo-Bauform überzeugt mit den Hölzern Sitka-Fichte, Ahorn, Palisander und Mahagoni. Die 12-fache Besaitung klingt aufgrund der Gibson-typisch hochwertigen Verarbeitung besonders klar. Ein sehr preiswertes Modell mit 12 Saiten stellt die Epiphone DR-212 dar. Diese Westerngitarre besitzt zwar 12 Saiten und kann mit einem umfangreichen Klang überzeugen, ist aber dennoch im niedrigen Preis-Segment angesiedelt. Die DR-212 eignet sich daher auch für Gitarristen, die die Westerngitarrenbauform in 12-saitigem Stil gerne einmal selbst ausprobieren möchten.

Klaus Malke
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