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Wie wirken sich Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten aus?

Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten

Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten

Eine Westerngitarre ist nicht nur mit 6, 7 oder 12 Saiten bestückt, auch können sich die Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten unterscheiden. Jede Saite weist eine eigene Dicke, ein eigenes Profil und demnach einen eigenen Klang-Charakter auf. Abhängig ist dieser Klang-Charakter auch von den Materialien, welche zur Produktion einer Saite verwendet werden. Dabei wird unterteilt in Kern und Ummantelung; Eine Saite weist einen dünnen Kern auf, der für Spannung sorgt, sowie eine Ummantelung, die zum Klang, zum Spielgefühl und nicht zuletzt auch zur Langlebigkeit beiträgt. Im Falle einer Westerngitarre sind die Bass-Saiten E, A und D stets ummantelt, gelegentlich auch die G-Saite. Bei den restlichen Diskant- bzw. Melodie-Saiten H und E liegt keine Ummantelung vor, weshalb die Wahl des richtigen Kernmaterials hier umso wichtiger ist. Dabei gibt es verschiedene Materialien, aus denen der Kern einer Saite produziert werden kann. Abhängig davon können verschiedene Klänge, sowie verschiedene Spielgefühle erzielt werden.

Welche Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten gibt es? Und wie unterscheiden sich diese?

Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten

Kernmaterialien der Westerngitarrensaiten – Bronze als besonderer Tongeber

Das am häufigsten verwendete Kernmaterial bei Stahlsaiten ist ein verzinntes Metall. Dieses Material trägt erheblich zu Flexibilität und Robustheit bei, ohne dabei auf einen klaren Sound verzichten zu müssen. Auch existieren Stahlsaiten mit einem Kern aus Bronze. Die 80/20 Standard-Stahlsaiten sind für einen brillanten Klang verantwortlich, der vor allem bei Westerngitarren sehr vorteilhaft ist. Hierbei stehen die Zahlen 80/20 für das Mischungsverhältnis von Kupfer und Zinn. Selbst nach einigen Wochen oder Monaten bieten diese Saiten einen sauberen, crispen Sound – während andere Materialien bereits nach wenigen Spielstunden zunehmend dumpfer klingen können. Zudem weisen 80/20 Saiten eine recht hohe Lautstärke im akustischen Spiel auf. Als Kontrast dazu stehen die ebenso häufig verwendeten 85/15 Bronze-Saiten. Diese Saiten werden vor allem für Gitarren im Vintage-Stil verwendet, da sie klangtechnisch und sogar farblich besonders gut dazu passen. Der Sound zeichnet sich durch ein besonders langes Sustain aus – also die Zeit, in der eine Saite nach dem Anschlag ausschwingt. Auch klingen 80/15 Bronze-Saiten in der Regel etwas wärmer als die 80/20 Standardmodelle, weshalb vor allem Folk-Gitarristen gerne Bronze-Saiten verwenden. Zudem weisen diese Saiten das angenehmste Spielgefühl auf, da kein allzu schmerzhafter Druck auf den Fingern der Greifhand entsteht. Ein weiteres gängiges Material des Saitenkerns ist Phosphor. Saiten, welche auf Phosphor basieren, bieten einen noch wärmeren Klang als ihre Konkurrenzmaterialien. Aus diesem Grund sind Phosphor-Saiten besonders gut zum Spielen von Melodien oder zum Fingerpicking geeignet. Bei Akkorden wiederum wird in der Regel viel Wert auf Brillanz und Klarheit gelegt, weshalb hier eher zu 80/20er Saiten gegriffen wird. Nachteil der Phosphor-Besaitung ist zudem, dass die Griffgeräusche vor allem beim Wechseln zwischen zwei Tönen sehr deutlich hörbar sind. Dies kann in der Blues-Musik wiederum zu einem besonderen Charakter des Songs beitragen. Zum Vergleich: Die Saiten einer Konzertgitarre besitzen einen Kern aus Nylon-Faden oder Seide, was zu einem besonders dumpfen Klang ohne klar definierte Höhen beiträgt. Aus diesem Grund greifen professionelle Gitarristen lieber zu Westerngitarren mit Stahlsaiten – und das teilweise auch unabhängig vom Kernmaterial.



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